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Blue & Orange

Rofgo Car Collecton

In den letzten zwei Monaten herrschte ein seltsames Gefühl in London. Der Olympia-Effekt, der meistens mit hohen Kosten und niedrigen Gewinnen verbunden ist, hat bei den Londonern aber etwas Anderes erweckt: ein neues Gefühl der Freundlichkeit sowie ein neues Nationalbewusstsein. Bleibt diese Veränderung bestehen oder wird sich die gute Stimmung schon im Herbst verziehen? Es wäre allerdings durchaus denkbar, dass die Spiele ein positives Vermächtnis hinterlassen werden.

Als stünde das Event im Einklang mit dem Rest der Welt, war London diese Woche vergleichbar mit der Monterey Halbinsel während des Pebble Beach Concourse. Für Motorsportfans wie mich waren die letzten sieben Tage wie Weihnachts- und Geburtstagsfeiern zusammen. Die Woche startete mit den Chelsea Auto Legends; am Mittwoch fand der 2012 Salon Privé im Syon Park statt und die letzten paar Tage konnte man sich von dem Concourse of Elegance am Windsor Palast beeindrucken lassen. Die Qualität der Autos war unmöglich zu toppen und man sollte sich glücklich schätzen, dieses Ereignis miterleben zu können.

Die Inhalte der letzten beiden Events waren so ergiebig und vielfältig, dass es fast unmöglich ist, alles in einem Blog zu erfassen. Deswegen werde ich versuchen, die Highlights und Eye-Catchers der Woche in verschiedenen Posts erneut zum Leben zu erwecken.

In den letzten zwei Jahren war die ROFGO Kollektion eine wichtige Neuheit innerhalb der historischen Motorsportszene. Der rote Faden der Autosammlung, die Duncan Hamilton & Co für einen privaten Sammler zusammengestellt hatten, war deren Sponsoring von Gulf Oil und seine Vielzahl an Ikonen.

Die Kollektion war das Kernstück des 2012 Salon Privé und wurde seiner Rolle dabei auch definitiv gerecht.

Das älteste Auto der Sammlung war der Mirage M1, der Gewinner des 1967 Spa auf 1000 Kilometer; ein Rennen, das Jacky Ickx bekannt machte und ihm seinen Ruf als ein Meister unter nassen Bedingungen verlieh. Wenn deine Heim-Rennstrecke Spa ist, dann...

Dieser Mirage war aufgrund einer Sponsoring-Vereinbarung zwischen dem Besitzer John Wyer und Gulf Oil VP sowie dem Sportwagenfanatiker Grady Davis das erste Auto in Gulf blau und orange. Die finanzielle Unterstützung ermöglichte es John Wyer, die Firma JWAutomotive mit John Willment zu gründen. Als John Horsman, David Yorke und Ermano Cuoghi rekrutiert wurden, war ein legendäres Team des Motorsports geboren.

Daneben stand der Mirage BRM M2, ein Auto, das keine Chance auf einen Rekord hatte und womöglich allgemein der schlechteste Performer der JWAutomotive war. Trotz seiner Unzuverlässigkeit und einem miserablen Fahrverhalten, blieb diese Katastrophe nach dem Doppelsieg für das Team bei Le Mans 1968 und 1969 mit dem ehrenwürdigen GT40 jedoch unentdeckt. Mit dem Porsche 917 am Horizont konnte das Montagsauto jedoch auch schnell und unbemerkt wieder vergessen werden.

Eine Legende zu werden ist ganz einfach: man nimmt den coolsten Typ auf dem Planet, das coolste Auto aller Zeiten, das größte jemals gewesene Rennen und vereint sie zusammen mit einem wahnsinnig großen Hollywood Budget. Danach stellt man alles für mehrere Monate unter Hochdruck. Das Ergebnis: Unsterblichkeit.

“Viele Menschen gehen durchs Leben und erledigen ihre Aufgaben unzureichend. Autorennen aber sind für die Männer geschaffen, die es besser machen wollen. Wenn du Rennen fährst, ist das das wahre Leben. Alles, was zuvor und danach kommt, ist nichts außer Warten.”

Steve McQueen, der Gulf Porsche 917 und Le Mans, was gibt es mehr zu sagen?

Der Porsche 908/3 setzt mit seinem unverwechselbaren Profil ein klares Signal: pure Entschlossenheit, die Gegner in die Knie zu zwingen. Gab es irgendwelche Probleme mit dem 917 auf dem Nürburgring oder bei der Targa Florio? Dann ging man mit dem 908/3 an den Start.

JWAutomotive hatte bereits für ein ganzes Jahr mit einem deutschen Automobilhersteller zusammengearbeitet, bevor sie ihre Vereinbarung mit Porsche unterschrieben haben. Sie haben 1969 einen Mercedes Transporter gekauft und zeigten beim Salon Privé die ROFGO Sammlung ihres restaurierten Trucks zum ersten Mal der Öffentlichkeit. In einem Gespräch mit dem Chefmechaniker, Ted Higgins, kamen wir zu dem Schluss, dass es durchaus cool wäre, die Autos zum nächsten Le Mans zu fahren. All dies, obwohl wir die Frage, ob Ted die Rolle von Michael Delaney oder Tommy Hopkins spielen würde, unbeantwortet gelassen haben.

Im Jahr 1969 unterstütze Gulf Oil andere Formel 1 Teams, weswegen es keine Überraschung darstellte, einen Brabham BT26 auf dem Feld vorzufinden.

Eine weitere bekannte Verbindung zwischen dem Gulf Oil und dem Motorsport gab es etwa vor 40 Jahren in Form des McLaren und dem M14A in der Formel 1.

Oder aber auch in Can-Am wie der M20 zeigt, der als Riese in dieser kurzen Phase die Welt durchstreifte.

Gulf Oil verschwand mit der Übernahme durch Chevron Oil im Jahr 1984, aber die Marke existiert bis heute weiterhin in Großbritannien. Ein Teil des Plans für den Neustarts im Jahr 1991 war es, an die Begeisterung der britischen Le Mans’ Fans anzuknüpfen. 1994 war der Gulf wieder zurück in Le Sarthe.

Nicht nur das Gulf Blau war zurück, sondern auch der 1971 angetretene Fahrer des Gulf Porsche 917 Derek Bell. Der fünfmalige La Sarthe-Sieger Bell, der übrigens auch in einem Gulf Mirage im Jahr 1975 gewann, war der ideale Botschafter für die Marke und immer noch fit genug, das zweitschnellste Qualifikationstraining zu fahren. Der Kremer K8 war eine Weiterentwicklung des Porsche 962.

Der nächste Schritt war die Wiedervereinigung mit der zweiten bekannten Marke McLaren.

1995 und 1996 waren die Farben blau und orange wieder auf zwei F1 GTRs zu sehen. Das Ergebnis: Viele Siege und der 1996 BPR Endurance Series Titel für Ray Bellm und James Weaver.

Die FIA GT Championship startete 1997 mit dem vom Gulf livrierten Longtail F1 GTRs.

Und der R8, einer der besten Dauerlauf-Rennwagen aller Zeiten, durfte im Jahr 2001 auch blau und orange tragen.

Paul Belmondo brachte die Farben 2006 mit seinem Courage C65 zu Le Mans zurück.

Seit dieser Zeit hat ein weiteres Ikon der Motorsportwelt seine Farben zu blau und orange gewechselt: Der DBR9...

Damals jedoch als ein Prototyp des Lola Aston Martin LM P1

Die ROFGO Kollektion ist großartig und Automobilkunst vom feinsten. Wir haben nur das Glück, dass sein Besitzer seine Schatzkiste mit uns teilen wollte, da die Kosten in der Tat beträchtlich sind. Es war ein Kronjuwel des 2012 Salon Privé und passte haargenau zur Stimmung der Veranstaltung.

John Brooks, September 2012

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